kapelle - jasarevic architekten

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wegkapelle buttenwiesen
`… um tiefstes ruhen und schweigen, diese letzte stille, wirbt jedes gebet …. ´
gerhard von mutius

die ´schweua´ sind jahrhunderte alte gehöfte in den donauauen im landkreis dillingen und donauries. die landschaft ist geprägt durch die nähe zur donau und durch zahlreiche waldinseln in einer weiten bewirtschafteten ebene, erschlossen über ein dichtes netz von feldwegen.
hier erhebt sich die neue wegkapelle, gleich zweier zum gebet gefalteter hände hoch in den himmel. das so geformte dach, geradezu das symbol für schutz und geborgenheit, bietet einen neuen orientierungspunkt. kapelle und landschaft gehen eine symbiose ein. es entsteht etwas neues, was es zuvor nicht gab. dennoch bleibt das gefühl, dass sie schon immer an diesem ort gestanden ist.
der innenraum wird gebildet durch ein beschützendes und mit steilem first geformtes dach.
der raum gleicht einem gefäß, in dem sich das licht verfängt. die industrielle fertigung des holzbaus wird künstlerisch veredelt. über die mit hohleisen geschnitzte und bearbeitete oberfläche streicht das licht fasst greifbar über die innenseiten der steilen dachflächen tief in den raum.
das auge verliert sich in der lebendig-unfassbaren oberfläche. schon eine leichte änderung des blickwinkels verändert die verteilung von licht und schatten – aus vertiefungen werden erhöhungen, aus kerben werden blasen. die trügerische gewissheit löst sich auf. die starren flächen verwandeln sich in einen schimmernden wasserspiegel – licht wird erkennbar, greifbar.
zwei stäbe aus massivem stahl, geborgen aus der donau, bilden das kreuz, welches das hoch einfallende sonnenlicht teilt.
die strikt einfache gestaltungsidee findet auch in der konstruktion ihren niederschlag. mit nur drei 14 cm starken brettsperrholzplatten wird die kapelle fast schon in kindlicher unbefangenheit aufgerichtet. die fünflagigen platten ergeben die raumseitige oberfläche und werden nur noch wetterseitig in ein schindelkleid gehüllt.

kein ort, der so nebenher erfahrbar sein will - viel mehr ein ort des gebets, der andacht, des einkehrens und der stille.

fotographie brigida gonzales stuttgart
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